ACTimpuls
Consulting & Coaching

 

 

 

 

 

 

Maja Gille

 

Coach für Darstellende Kommunikation,Kommunikative  Bewegungsthearpeutin, Theaterpädagogin, Moderatorin

(Inhaberin)

                                      

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeder Mensch will verstanden werden ____________________________________

 

 

 

Interview mit Maja Gille 2014

 

 

 

 

R: Sie haben einen herausfordernden Leitspruch! Sie selbst sind als Person für mich in großer Natürlichkeit zuhause., Deshalb finde ich ihn passend. Dennoch konfrontiert er den Leser mit einem inneren Fragezeichen. In Ihrem Coaching habe ich Sie als sehr unkonventionell, glasklar und herausfordernd ermutigend erlebt. Ich nehme an, dass dieser Vers aus tiefer Erfahrung und eigenem Wissen kommt.

 

 


 

M.Gille: Na schön! Fragezeichen sind doch gut! Sie müssen selbst alles prüfen, was erzählt wird, oder was sie gerade in der Werbung lesen. Ich kann zumind est aufgesetzte Sprüche irgendwelcher ja auch wichtiger Persönlichkeiten nicht leiden, die auf vielen Websiten zu lesen sind. Die sind oft stark oft aus dem Kontext gegriffen und übrigens manchmal auch falsch zitiert! Shakespeare wird ja auch oft gern genommen. Da nehmen die Werber einen Spruch, der im Hamlet vielleicht von Claudius gesprochen wird und äußerst ironisch gemeint ist , als bierernst auf ne Website für Persönlichkeitscoaching. Mit meinem Vers wollte ich was sagen, was meine Arbeit schildert und Fragenzeichen hinterlässt.


 

 

 

 

 

 

R: Wie also darf ich das verstehen: „Echtheit strengt nicht an?“

 

 


 

M.Gille: In erster Linie strengt Echtheit das Gegenüber nicht an, also es entspannt den Menschen, mit dem Sie ihre (geschäftliche) Kommunikation leben. Schauen Sie: wenn Sie den privaten Bereich verlassen, betreten Sie in dem Sinn eine „Bühne“ und diese hat Gesetzmäßigkeiten. Sie werden gesehen. Mit allem. Ihre schönen Seiten und Unbequemheiten und auch Ihre angestrengten „Verdeckungen“. Oft ist das nicht leicht zu analysieren, es entsteht in der Unechtheit einfach auf Dauer eine Überanstrengung, weil Sie für das Echte ( und damit eventuell nicht passende) Kräfte aufwenden , es zu bedecken. Das ist zunächst der erste Aspekt. In meinem Coaching gehe ich dem individuell mit Ihnen gemeinsam nach, was überhaupt hier die Bedeckung ist und warum und wie der Weg daraus ist. Nur eine äußere Haltung durch bestimmte (Schauspiel)technik zu verändern oder Gesten und Mimik allein zu betrachten reicht nicht . Es geht hier um Zeit und Schlüsselmomente, die wichtig sind, um einen echten „ACT - Impuls“ zu bekommen, mit dem Sie Ihre Arbeit, Ihre Kommunikation wesentlich befreiter ausüben können. Was das im Einzelnen heißt, weiß ich, wenn ich mit Ihnen arbeite. Raum ist wichtig, aber auch absolute Klarheit über die Echtheit meines Gegenübers.

R: Sie haben in unserem Coaching beispielsweise von Wiederholung, dem Trainieren von Echtheit gesprochen....

M.Gille: Genau! Das kann natürlich schon mal in dem Sinne „anstrengen“, solange man in den Merkwürdigkeiten aufgesetzter ICHS ist. Das tut auch weh, da man sich von einem SUPERBILD freiwillig verabschiedet in ein eigentliches ICH, welches vielleicht noch ungewohnt ist.... es ist einfach ein Prozess. Oft geben wir uns genau dafür wenig Zeit, um schon gleich beim ERGEBNIS zu sein. Das halte ich für fatal, mit diesen ergebnisorientierten, erfolgseifrigen Konzepten denken natürlich die meisten Menschen. Systemintegrität ist hinderlich, um zur Echtheit zu gelangen. Aber deshalb bin ich als Coach frei davon und muss das auch sein. Weshalb ein finanzorientiertes Coaching Schwachsinn ist. Es muss immer menschenorientiert sein.


 

 

 

 

 

 

R: das heisst?

 

 


 

M: Kann sein, ich sage einem Klienten nach nur einer Einheit: es ist genug, gehen Sie damit eine Weile voran und schauen Sie selbst, was jetzt gut ist, vielleicht ist was anderes jetzt für Sie besser. Ich könnte ( unter finanzorientiertem Gesichtspunkt) Ihnen auch einfach pauschal eine Coachingzeit verkaufen, die Sie nicht wirklich brauchen. Coaching ansich heisst ja noch nichts. Das ist doch Quatsch. Vielleicht ist es nötiger, dass Sie mit Freunden Zeit teilen oder Ihre berufliche Position verlassen oder Ihr Hobby endlich ausüben. Letztenendes ist das eigene Gewissen des Coaches ständig gefragt. Der Klient vertraut! Die Firma vetraut! Aber wenn ich als Coach eben nur noch Konzept A und B habe, nicht mehr Nein sagen und auch verzichten kann, beraube ich mich meiner geistigen Klarheit und auch gewissermaßen natürlich einer wichtigen Unbestechlichkeit.

Der Preis ist, dass es länger dauert, als Coach gefragt zu sein, sich durch Begabung durchzusetzen, da man die üblichen Wege der Werbung nicht gehen kann, wenn man qualitativ und nicht quantitativ denkt. Wie in der Kunst auch. Aber genauso möchte ich arbeiten. Nur so macht mir das Freude und ich bin zufrieden, weil genau das meine Gabe ist. Menschen noch systemintegerer zu machen ist nicht mein Ding. Ich schaue akut: was ist hier wirklich dran. Und dann gebe ich alles. Ich berate nicht nur, ich trainiere, ich gehe mit in den Ring.


 

 

 

 

 

 

R: So haben wir Sie als Team zum Beispiel im Konflikttraining auch erlebt. Es machte wirklich Spaß und gelang, obwohl keiner von uns dachte, dass das Problem wirklich lösbar ist. Woher haben Sie die Methoden und Übungen?

 

 


 

M: Teilweise entwickle ich Individualübungen erst in dem Training, weil ich was ganz neues, passendes brauche. Das ist sicher ein Erfahrungswert. Ich übe meine Art des „Trainerseins“ seit meinem 19. Lebensjahr aus. Angefangen im Training an mir selbst! Dafür bin ich ja Darstellender Künstler auch, man kann mich nennen: „sich stellender Künstler“


 

 

 

 

 

 

R: Sie nennen sich auch Auftrittstrainerin - Ist jede Kommunikation in der Öffentlichkeit mit einem Auftritt gleichzusetzen?

 

 

M.Gille: Nun, Sie werden ja eine Botschaft haben, wenn Sie beruflich sprechen, nicht wahr? Jeder hat eine Botschaft. Wenn Sie öffentlich reden, handeln, soll diese verstanden werden. Davon gehe ich aus. Jeder Mensch will verstanden werden.

In der Bühnen-Kommunikation, also jeder Kommunikation in der Öffentlichkeit geht es ja um klare Gegebenheiten, Statusprinzipien, einer Bühnen-Auftritts-Technik, die grundsätzlich ist. Ich arbeitet mit dem ACTimpuls, also immer über Bewegung und Verstehen. Stimme ist da nicht extra zu nennen, es gehört deutlich zur Körperlichkeit dazu! Ich lasse es die Klienten an den für Sie wichtigen Knackstellen erleben und durch exerzieren. Ich vermittle auch Grundsätze, aber es ist eben nicht für jeden das gleiche Üben angesagt. Manche Klienten müssen erst einmal wieder Nachdenken und Zurückdenken dürfen...

 

 

 

 

 

R: Ein schöner wichtiger Aspekt in Ihrer sehr kreativen Art Coaching.

 

 


 

M: Da ist jeder Coach unersetzbar und gefragt, das zu erkennen oder eben nicht. Begabungen und Wesentliches in dem Gegenüber zu erkennen fordert natürlich die eigene Auseinandersetzung mit sich selbst, ja auch das Stehenbleiben dürfen, das Stehenlassen können, die Hilflosigkeit und auch die Stille. Und es ist auch für die Coaches wichtig, einer Gruppe von reflektierten Menschen bewusst ausgesetzt zu sein.

 

 

 

 

 

R: Haben Sie persönlich auch einen Coach?

 

 


 

M: Oh ja, phasenweise und auch begleitend im Bekanntenkreis eine Beraterin, die ich sehr schätze, von der ich weiss, dass sie zu mir persönlich spricht, mich in der Person und im Unternehmen kennt und nicht pauschal antwortet. Aber auch wichtige Freunde, die reden Klartext. Und Ermutigung ist fast noch wichtiger, das Aufbauen einer Person. Ich habe Freunde, die mich immer wieder aufgebaut haben, gesundlieben, wie ich es nenne. Was ich nicht mag ist Lauheit in der Kommunikation mit Bekannten. Idealisierung ist voranbringend, aber Gemeinschaften, in denen man nur über Geschehen um einen herum oder über das Leben der anderen spricht, langweilen mich zutiefst.


 

 

 

 

 

 

R: Sie haben selbst jahrelange Bühnenerfahrung. Gibt es einen Art der Kommunikation, die wir gerade in der öffentlichen Kommunikation meiden müssen und warum?

 

 


 

M: Klar. Das Meiden meiden! Schweigen ist das Ende, das ist regelrecht Krieg gegen das Herz. Damit beenden Sie jede Beziehung, jede Art Kommunikation hört auf, wenn man sich körperlich und sprachlich entzieht. Da muss man als Gegenüber wissen, dass man das Gegenübersein aufgeben muss. Man ist raus. Da ist nichts mehr möglich. Logisch. Aber im Alltag nicht einfach zu nehmen. Denken Sie nur an das Schweigen zwischen Paaren, oder das Gehen im Streit oder das sich plötzlich ein Mensch, den man liebt, sich nicht mehr meldet, also die Verabschiedung fehlt. Wenn noch ein altes Beziehungsgeflecht dasteht, weil man das Ende dieser Begegnung nicht definiert hat. Das wartende Gegenüber ist nun im Konflikt mit einem Unsichtbaren. Fühlt sich fürchterlich an, unfertig. Aber eigentlich ist es das Gefühl in einem selbst mit dem man nicht klar kommt. Die Begegnung ist vorbei klar. Aber das Bleiben des Beschämtseins, der beendeten Aufmerksamkeit, die Veränderung des Gutgefühls, der Nähe. Das ist einen Art Schock, wenn ich das weiss, muss ich damit umgehen lernen. Das passiert eben auch oft im beruflichen Umgang!

Sprache ist Leben für mich. Ich komme von der Sprache und führe auch dort in die Tiefe.Auch Kritik oder Meinung zu unterlassen ist mir unangenehmer, als jedes wahre Wort. Was man davon nimmt, ist ja eigene Entscheidung, wie weit ich mich gerade machen kann und was für mich JETZT dran ist.


 

 

 

 

 

 

R: Gibt es bestimmte Anliegen, die sich in Ihrem Einzel- Coaching häufen, eine bestimmte Zielgruppe?

 

 


 

M.Gille: Nein, so genau definiert nicht. Anfangs kamen vor allem Führungskräfte aus der sogenannten zweiten Reihe zu mir- eigentliche Führungsbegabte, die gemobbt werden oder in ständiger Unsicherheit sind. Es hat sich herausgebildet, dass die meisten meiner Klienten in großer Verantwortung stehen und sich Ihre beruflichen und privaten Blockaden, sich dieser Verantwortung zu stellen, seit Jahren wiederholt haben und durch Gruppencoaching oft nicht zu lösen waren. Mehr Männer als Frauen auf jeden Fall.

 

 

 

 

 

R: Gibt es dafür einen Grund, dass Frauen weniger zum Einzelcoaching kommen?

 

 

M.Gille: Frauen lernen gut in Gemeinschaft und stellen sich oft offensiv auch in Firmencoachings- Sie überwinden sich leichter. Wenn Sie in das Einzelcoaching kommen, gibt es meist stark private Hintergründe oder Sie sind oberste Führungskräfte. Und davon gibt es weniger weibliche.


 

 

 

 

 

 

R: Welchen Anlass haben Firmen, ACTimpuls in Anspruch zu nehmen?

 

 


 

M.Gille: Zu den Firmencoachings werde ich oft im Konfliktfall und wenn es um Sprache und Verbesserung von Service oder um Forum Theater und konkretes Rollenspiel, gerufen. Das macht mir auch Spaß. Nicht der Konflikt an sich, sondern das Wissen, dass es sich verändern wird und dieser herrliche Umschwung, an dem sich das Team selbst mit anderen Augen sieht und Kreativität und Sprache und Respekt wieder Raum hat. Wunderbar. Dauerhafte Veränderung.

R: Vielen Dank für das Gespräch und ich freue mich auf ein nächstes Coaching!

 

 

 

 

 Robert Schäfer, Trainee , Berlin


 


 


 


 


 


 

 

 

 

Top | info@actimpuls.de